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Kaninchenrassen in Deutschland

Kaninchen gehören nicht nur zu den beliebtesten Heimtieren Deutschlands, auch als sogenannte Nutztiere sind die Nager sehr beliebt. Bundesweit widmen sich mehr als 160.000 Hobbyzüchter der Zucht von etwa 90 Kaninchenrassen in insgesamt 370 verschiedenen Farbenschlägen. Ziel der in den zahlreichen Vereinen oder Clubs organisierten Züchter und Mitglieder des Zentralverband deutscher Rassekaninchenzüchter e. V. (ZDRK) ist es, Kaninchenrassen analog festgelegter Standards zu erhalten und zu verbessern. Wettbewerbsorientierte Schauveranstaltungen dienen hierbei der Kontrolle und Bewertung der Zuchterfolge.

Rassekaninchen werden in verschiedene Klassen unterteilt. So gibt es die großen Normalhaarrassen, deren Vertreter bis zu 11,5 kg schwer werden können und zu denen die Deutschen Riesen, Riesenschecken und Widder (Kaninchen mit hängenden Ohren) zählen. Es folgen die mittelgroßen Normalhaarrassen mit bis zu 5,5 kg Körpergewicht, kleine Normalhaarrassen, welche bis zu 3,75 kg wiegen, sowie normalhaarige Zwergrassen mit einem Gewicht von bis zu 2 kg. Des Weiteren wird in Haarstrukturrassen (Satin-Kaninchen), Kurzhaar- (Rex-Kaninchen) und Langhaar-Rassen unterteilt. Der Vorfahre aller Rassekaninchen ist das europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus).

Während unter den Heimtierhaltern seit Jahren insbesondere die possierlichen Vertreter verschiedener Zwergrassen beliebt sind,  haben die Hobbyzüchter bei der alljährlich stattfindenden Aktion „Rassekaninchen des Jahres“ im Jahr 2011 das normalhaarige und zu den kleinen Kaninchenrassen zählende Rhönkaninchen zur beliebtesten Kaninchenrasse gewählt. Es folgten das mittelgroße Thüringer Kaninchen auf dem zweiten und das kleine Lohkaninchen havanna auf dem dritten Platz der Beliebtheitsrangfolge. Im Jahr zuvor war es der mittelgroße Blaue Wiener, der das Rennen um die Beliebtheit für sich hat entscheiden können.

Eine besondere Stellung unter den Rassekaninchen nehmen diejenigen ein, welche auf der Liste der bedrohten Haustierrassen geführt werden. Laut VIEH e.V. (Vielfältige Initiative zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen)  gehören zu den aus Deutschland gezüchteten Rassen, deren Arterhaltung bedroht ist, das Deutsche Angorakaninchen, der Meißner-Widder, der Englische Widder, das Deutsche Großsilber sowie Japaner, Luxkaninchen, Marderkaninchen und Rheinischer Schecke. Diese Rassen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und sie zu erhalten, ist eine besondere Herausforderung für die Züchter. Es gilt, durch besonders sorgfältige Auswahl der Elterntiere und der Verbreitung ihrer Nachkommen, robuste Zuchtstämme zu re-etablieren.

Neben den Kaninchenrassen, welche vom ZDRK anerkannt sind, gibt es auch diverse Varianten von Kaninchen, welchen keinem offiziellen Rassestandard zuzuordnen sind. Zu diesen zählen unter anderen der Teutozwerg, auch Teutoburger Waldkaninchen genannt, der Teddyzwerg und das Löwenköpfchen. Solche Tierchen sind laut ZDRK für die Zucht in einem Kaninchenzuchtverein nicht geeignet und auch auf Kaninchenschauen nicht zur Ausstellung als Rassetiere zugelassen.