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Kaninchen-Handaufzucht

Da Kaninchen nackt und blind geboren werden benötigen sie während der ersten Wochen besonders viel Pflege. Wenn das Muttertier dazu nicht mehr in der Lage ist, dann kann der Mensch als „Ersatzmutter“ einspringen. Wichtig ist dabei, dass einige Ratschläge beachtet werden.

Unterkunft

Nach der Geburt ist es wichtig das mutterlose Baby von anderen Kaninchen zu trennen und in einen separaten Stall unterzubringen, da diese mitunter aggressiv auf junge Kaninchen reagieren können.
In einer Ecke des neuen Geheges sollte auf jeden Fall ein Wärmekissen gelegt werden, das insbesondere in den ersten Wochen das Überleben des Neugeborenen sichert. Es ist darauf zu achten, dass das Kissen nicht zu warm, aber auch  nicht zu kalt ist. Zu empfehlen ist ein „Snuggle Safe“, dass in der Mikrowelle erwärmt werden kann und bis zu 8 Stunden Wärme spenden kann.

Der Boden des Stalls sollte aus einer isolierenden Einstreuschicht bestehen, die von einer hohen Lage Heu bedeckt ist. Da die Kaninchennbabys normalerweise in einem unterirdischen Bau aufgezogen wurden, bedeutet Dunkelheit für sie Sicherheit. Aus diesem Grund sollte das Nest mit einem normalen Umzugskarton abgedeckt werden, der für eine Fütterung einfach angehoben werden kann. Sobald die Jungen alt genug sind um sich zu bewegen, sollte der Karton mit einem Loch versehen werden.

Fütterung

In der Anfangsphase werden Kaninchenbabys normalerweise von der Mutter 2 – 3 Mal am Tag mit Milch gefüttert. Bei der Handaufzucht ist es anzuraten, dass die Fütterung alle 4 Stunden stattfindet. Dadurch wird sichergestellt, dass das Junge genug Nährstoffe aufnimmt.
Ab der 3. Woche ist es vertretbar nachts eine Pause von 6 – 8 Stunden zu machen.

Die Milch sollte speziell an die Bedürfnisse des Kaninchenbabys angepasst werden, Kuh- oder Kondensmilch ist dafür ungeeignet. Katzenmilch hingegen erfüllt diese speziellen Erfordernisse und sollte im Verhältnis 1:1 mit Fenchel- oder Kamillentee verdünnt werden. Bei einer Temperatur von ca. 37 °C (lauwarm) kann die Milch verfüttert werden.

Fütterung eines Kaninchenjungen

© Aptyp_koK – Fotolia.com

Bei der Fütterung sollte das Junge leicht schräg gehalten werden, damit es sich dabei nicht verschluckt, was im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen kann. Die Milch wird in eine Spritze gefüllt und dem Jungtier tröpfchenweise verabreicht. Es muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Milch auf einmal verabreicht wird, sowie regelmäßige Pausen während der Fütterung eingebaut werden.

Pflege

Nach Abschluss der Fütterung sollte die Verdauung des Jungtiers, durch eine leichte Bauchmassage, angeregt werden. Die Betonung liegt dabei auf „leicht“ und sollte eher einem Streicheln ähneln. Diesen Teil der Pflege übernimmt normalerweise das Muttertier, indem es das Junge ableckt.
Es ist wichtig die Jungen regelmäßig zur gleichen Zeit zu wiegen um so frühzeitig zu erkennen ob es eine ungewollte Gewichtsreduktion gibt.

Erwachsenwerden

Wenn die Jungtiere sich gut entwickeln, dann kann versucht werden sie mit älteren Artgenossen zusammenzubringen. Dies fördert das Sozialverhalten und kann Geborgenheit spenden.