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Artgerechte Kaninchenhaltung

Sie sind kuschelig, machen keinen Lärm und gelten als pflegeleicht und bedürfnislos. Aus diesen Gründen finden sich auch in zahlreichen Stadtwohnungen Kaninchen, die dort als Haustiere und Spielgefährten für die Kleinen gehalten werden. Die artgerechte Haltung, die es ihnen ermöglicht, ihre Grundbedürfnisse auszuleben, sollte jedoch stets im Vordergrund stehen, wenn die Anschaffung eines Haustiers im Raum steht. Als Fluchttiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten sind Kaninchen nämlich anspruchsvoller in der Haltung, als viele Tierfreunde vermuten.

Kaninchen

© Belkin & Co – Fotolia.com

Niemals alleine im Käfig!

Ein einzelnes Kaninchen zu halten kommt in vielen Fällen Tierquälerei gleich. Anders als Hunde oder Katzen sind die Nager kaum in der Lage, ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach sozialen Interaktionen mit menschlichen Bezugspersonen zu decken. Daher sollten immer mindestens zwei Kaninchen zusammen in einem mehrere Quadratmeter großen Gehege wohnen dürfen. Idealerweise bietet sich die Haltung eines kastrierten männlichen Tieres mit einem Weibchen an. Gleichgeschlechtliche Gruppen vertragen sich oft nicht gut. Wer sich wiederum ein unkastriertes Paar zulegt, wird schnell erfahren, woher der Ausdruck „sich vermehren wie die Karnickel“ stammt. Springen, Hoppeln und Männchen machen gehören ebenso zum natürlichen Verhalten der agilen Tiere. Wenn sie ihren Bewegungsdrang nicht ausleben können, sind körperliche und seelische Probleme daher vorprogrammiert.

Wohnungs- oder Außenhaltung?

Reine Käfighaltung lässt die Tiere somit im Laufe der Zeit verkümmern und kränkeln. Auch in der Wohnung sollte daher Platz für ein Freigehege geschaffen werden. Viele Kaninchen werden sogar stubenrein und können bedenkenlos Freigang bekommen. Dennoch empfiehlt sich ein abwischbarer Bodenbelag für das Gehege; dazu kommen Spielzeug, Möglichkeiten zum Nagen und Kartons als Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Besonders vor Stromkabeln, die sie anknabbern können, giftigen Zimmerpflanzen und Absturzgefahren müssen die empfindlichen Tiere in der Wohnung geschützt werden. Ein Außengehege im Garten ist zweifelsohne artgerechter, sollte jedoch stabil gebaut sein und ausreichend Schutz vor den Elementen und vor Raubtieren wie dem Marder bieten. Wenn ein gut isolierter Stall zur Verfügung steht und die Tiere sich genügend Bewegung verschaffen können, ist es kein Problem, Kaninchen rund ums Jahr im Freien zu halten.

Gesunde Ernährung ist wichtig

In der Natur ernähren sich Kaninchen vor allem von Gräsern, Blättern, Kräutern und Rinde. Handelsübliches Fertigfutter enthält jedoch oft zu viel energiereiches Getreide, welches die Tiere zu stark zunehmen lässt und zu Verdauungsproblemen führen kann. Löwenzahn, Klee und andere Wildkräuter sowie Heu stellen gesündere Alternativen dar. Um ihre Zähne zu pflegen und sich zu beschäftigen, knabbern Kaninchen außerdem gerne an ungespritzten Zweigen von Obstbäumen. Da es ihrer Natur entspricht, pausenlos vor sich hin zu mümmeln, sollte ihnen ständig Nahrung zu Verfügung stehen. Obst und Gemüse stellen eine willkommene Abwechslung dar, sollten jedoch nur in Maßen angeboten werden. Wie jedes Haustier sollten auch Kaninchen natürlich stets Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Ebenso ist eine reine Ernährung mit Kohl und/oder Mohrrüben nicht empfehlenswert, da sie auf Dauer zu Mangelerscheinungen führt.