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Krankheitswelle bei Kaninchen

| News | 22. November 2013

In einigen Regionen Deutschlands sind derzeit vermehrt kranke Wildkaninchen im Freien zu beobachten, die scheinbar orientierungslos oder wie blind mit verklebten Augen herumhoppeln.
Es handelt sich dabei um die Myxomatose, auch Kaninchenpest genannt, die vor allem im Herbst häufiger auftritt. Das betrifft auch Halter von Hauskaninchen, da dann die Bestandsdichte oft am größten ist. Es kann zu regelrechten Seuchenzügen kommen.

Kaninchen im Freien

© Robobobobo / Flickr

Symptome der Myxomatose

Bei der Erkrankung zeigen sich innerhalb von 1 – 2 Wochen nach der Infektion häufig geschwollene Augenlider mit Tränenfluss, die nach einiger Zeit auch vereitern und verkleben können. Manchmal zieht sich die Schwellung ganz über Augen und Ohren, es bilden sich regelrechte Geschwülste auf dem Kopf. Auch Atem- oder Schluckbeschwerden können auftreten. Die Tiere werden zunehmend apathischer und hören schließlich auf zu fressen. Zu Beginn der Erkrankung können auch plötzliche Todesfälle auftreten.

Erreger und Übertragung

Ursache ist das aus Südamerika stammende Myxomatose-Virus, ein Pockenvirus, das wirtsspezifisch ist, also nur Haus- und Wildkaninchen infizieren kann. Feldhasen sind fast unempfänglich. Auch Menschen oder Hunde können sich nicht durch den direkten Kontakt infizieren. Dennoch sollte direkter Hautkontakt vermieden werden, um das Virus nicht weiter zu verbreiten.
Die Übertragung erfolgt bei Kaninchen in erster Linie durch Flöhe oder Stechmücken. Der Erreger kann jedoch auch über infiziertes Futtergras, Transportkisten oder durch Direktkontakt, Nase zu Nase, übertragen werden.
Hauskaninchen, die im Sommer im Freien gehalten werden, sind wegen der Übertragung durch Insekten besonders gefährdet.
Kaninchen, die die Erkrankung überleben, können bis zu sechs Monate lang ein aktives Virus in sich tragen und sind daher potenzielle Überträger.

Behandlung und Vorbeugung

Erfolgreiche Behandlungen sind kaum möglich, es sind jedoch Einzelfälle beschrieben, wo der Einsatz von klassischer Homöopathie zu einer Genesung führte.
Da mehr als die Hälfte der infizierten Tiere stirbt, wird von tierärztlicher Seite die regelmäßige Schutzimpfung gegen Myxomatose empfohlen. Als weitere vorbeugende und begleitende Maßnahmen sind regelmäßige Flohbehandlungen durchzuführen.

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